Aquarienfilter
Der Filter ist das wichtigste Element jedes Aquariums – ohne eine zuverlässig funktionierende Filterung lässt sich auf Dauer kein gesundes und stabiles Milieu für Fische und Pflanzen aufrechterhalten. Ein Aquarienfilter erfüllt drei zentrale Aufgaben: die mechanische Filterung, die feste Schmutzpartikel zurückhält, die biologische Filterung, die toxische Stickstoffverbindungen mithilfe nützlicher Bakterien abbaut, und die chemische Filterung, die gelöste Schadstoffe entfernt. Alle drei Komponenten müssen gleichzeitig funktionieren – ein Filter, der nur für mechanisch klares Wasser sorgt, reicht nicht aus.
#ShowMore#
Die biologische Filterung ist von allen drei Komponenten die wichtigste und zugleich empfindlichste. Nützliche Bakterien, die das Filtermedium besiedeln, bauen das von den Fischen produzierte giftige Ammoniak zunächst zu Nitrit und anschließend zum weniger schädlichen Nitrat ab. Dieser als Stickstoffkreislauf bezeichnete Prozess ist die Grundlage eines gesunden Aquariums – ohne funktionierenden biologischen Filter reichern sich Giftstoffe an und führen selbst bei sonst klarem Wasser zum Fischsterben. Ein neuer Filter benötigt 3–6 Wochen, bis er vollständig von nützlichen Bakterien besiedelt ist.
Arten von Aquarienfiltern
- Innenfilter – Filter, die direkt im Aquarium sitzen und mit Saugnäpfen an der Scheibe befestigt werden. Sie sind kompakt, leise und preisgünstig. Geeignet für kleinere Aquarien bis etwa 100–150 Liter oder als zusätzlicher Filter in größeren Becken. Ihr Nachteil: Sie nehmen Platz im Aquarium ein und bieten nur begrenzt Raum für Filtermedium.
- Außenfilter (Kanisterfilter) – leistungsstarke Filter, die außerhalb des Aquariums stehen und über Schläuche Wasser zu- und abführen. Sie bieten viel Platz für Filtermedium, laufen leise und erreichen eine hohe Durchflussmenge. Ideal für Aquarien ab 100 Litern und Standard für anspruchsvolle Biotop- oder Pflanzenaquarien. Ein Außenfilter lässt sich mit verschiedenen, an die jeweiligen Bedürfnisse des Aquariums angepassten Filtermedien bestücken.
- Eckfilter und Boxfilter – einfache, luftbetriebene Filter. Sie eignen sich ideal für kleine Aquarien, Ablaichbecken oder Quarantänebecken, wo eine sanfte Wasserbewegung von Vorteil ist. Sie sind günstig und leicht zu warten.
- Rückwandfilter (HOB – Hang On Back) – Filter, die an der Rückwand des Aquariums hängen; das Wasser läuft über einen Überlauf durch das Filtermedium. Sie sind vor allem in der amerikanischen Aquaristik beliebt, da sie einfach und pflegeleicht sind. Geeignet für Aquarien bis 200 Liter.
- Sumpfilter – ein System mit einem zusätzlichen Becken unterhalb des Hauptaquariums, das als leistungsstarke Filtereinheit dient. Sie sind Standard bei größeren Aquarien und Meerwasseraquarien, da sie enorm viel Platz für Filtermedien und Technik bieten. Sie erfordern mehr Erfahrung bei Installation und Wartung.
- Filter für Meerwasseraquarien – spezialisierte Filter, die die mechanische Filterung mit einem Eiweißabschäumer (Skimmer) kombinieren, der organische Stoffe entfernt, bevor sie sich zersetzen. Sie sind fester Bestandteil jedes Meerwasseraquariums.
Filtermedien und ihre Funktion
Die Wahl des richtigen Filtermediums ist genauso wichtig wie die Wahl des Filters selbst. Verschiedene Medien erfüllen unterschiedliche Funktionen, und ein hochwertiger Filter sollte eine Kombination davon enthalten:
- Filterwatte und Filterschwamm – mechanische Filterung, die feste Verunreinigungen und Futterreste zurückhält. Immer als erste Filterstufe einsetzen, damit grober Schmutz vor dem biologischen Medium abgefangen wird. Muss regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden.
- Keramikringe und biologisches Filtermedium – poröse Keramikmedien mit riesiger Oberfläche zur Besiedlung durch nützliche Bakterien der biologischen Filterung. Sie sind das Herzstück jedes Filters und dürfen niemals mit klarem Leitungswasser gereinigt werden – Chlor zerstört die Bakterienkolonie.
- Aktivkohle – chemische Filterung, die gelöste Schadstoffe, Medikamentenreste, Farbstoffe und Gerüche absorbiert. Sinnvoll nach einer Fischbehandlung, um Medikamentenreste aus dem Wasser zu entfernen, oder bei unangenehmem Wassergeruch. Aktivkohle ist nach 2–4 Wochen erschöpft und muss ausgetauscht werden – erschöpfte Kohle gibt die gebundenen Stoffe sonst wieder ans Wasser ab.
- Zeolithe – binden Ammoniak aus dem Wasser und eignen sich für Notfälle, etwa bei Überlastung des biologischen Filters oder beim Einrichten eines neuen Aquariums. Sie müssen regelmäßig ausgetauscht oder in einer Salzlösung regeneriert werden.
- Torf – senkt den pH-Wert und die Wasserhärte und gibt Huminsäuren ab, die das Milieu von Schwarzwasserbiotopen nachbilden. Geeignet für Arten, die weiches, saures Wasser benötigen – etwa Diskusfische, Skalare oder Salmler.
Den richtigen Filter auswählen und dimensionieren
- Durchflussmenge – der Filter sollte das gesamte Aquarienvolumen 3- bis 5-mal pro Stunde umwälzen. Für ein 100-Liter-Aquarium empfiehlt sich ein Filter mit 300–500 l/h Durchfluss. Bei anspruchsvolleren Arten oder dicht besetzten Aquarien lieber zur oberen Grenze oder einem leistungsstärkeren Modell greifen.
- Aquarientyp – für Stillwasserarten wie Diskusfische oder Kampffische einen Filter mit regelbarem Durchfluss oder Strömungsbrecher wählen. Strömungsliebende Arten wie Flussfische hingegen schätzen eine kräftigere Strömung.
- Volumen des Filtermediums – ein größerer Filterkorb bedeutet mehr Platz für biologisches Medium und eine stärkere biologische Filterung. Es lohnt sich, in einen etwas größeren Filter zu investieren, als unbedingt nötig wäre – zusätzliche biologische Kapazität ist immer von Vorteil.
Den Aquarienfilter richtig reinigen
Die richtige Pflege des Filters ist entscheidend für den Erhalt der biologischen Filterung – der häufigste Fehler ist eine zu gründliche Reinigung des Filters, die die Bakterienkolonie zerstört.
- Reinigen Sie den Filter alle 2–4 Wochen, abhängig vom Besatz des Aquariums und der Fütterungsmenge.
- Reinigen Sie das Filtermedium immer in Wasser aus dem Aquarium – niemals in klarem Leitungswasser. Chlor und Chloramin im Leitungswasser zerstören die nützlichen Bakterien der biologischen Filterung.
- Reinigen Sie niemals den gesamten Filter auf einmal – lassen Sie stets einen Teil des biologischen Mediums unberührt, damit er als Keimzelle für eine rasche Erneuerung der Bakterienkolonie dient.
- Filterwatte oder Filterschwamm nach Bedarf reinigen oder austauschen – das biologische Medium niemals vollständig auf einmal auswechseln, immer nur einen Teil davon.
- Beobachten Sie nach der Reinigung oder dem Austausch eines Teils des Filtermediums einige Tage lang die Wasserwerte – ein vorübergehender Anstieg von Ammoniak oder Nitrit deutet auf eine zeitweise geschwächte biologische Filterung hin.
Praktische Tipps für Aquarienfilter:
- Lassen Sie einen Außenfilter beim Reinigen niemals trocken laufen – der Betrieb ohne Wasser beschädigt den Rotor und kann den Filter dauerhaft zerstören.
- Beim Einsetzen neuer Fische oder nach einer Behandlung mit Medikamenten sollten Sie vorübergehend zusätzliches biologisches Medium oder einen Bakterienstarter einsetzen, um die biologische Kapazität zu stärken.
- Überprüfen Sie die Schläuche des Außenfilters regelmäßig auf freien Durchfluss – Algen oder Ablagerungen in den Schläuchen verringern die Durchflussmenge und die Filterleistung erheblich.
- Schalten Sie einen neuen Filter niemals länger als 2 Stunden aus – ohne Wasserdurchfluss und Sauerstoff beginnt die Bakterienkolonie abzusterben, und die Erholung dauert Tage bis Wochen.
- Für mehr Sicherheit kombinieren Sie zwei kleinere Filter statt eines großen – fällt einer aus oder wird gereinigt, sorgt der andere für die Kontinuität der biologischen Filterung.
Ein richtig gewählter und gut gepflegter Filter ist die Grundlage eines stabilen und gesunden Aquariums. Investieren Sie in einen hochwertigen Filter mit ausreichender Kapazität und pflegen Sie ihn regelmäßig – Ihre Fische und Pflanzen werden es Ihnen mit Gesundheit, Vitalität und Schönheit danken.
