Ohren- und Augenpflege bei Katzen
Ohren und Augen gehören zu den empfindlichsten und gleichzeitig am häufigsten vernachlässigten Bereichen bei der häuslichen Katzenpflege. Die regelmäßige Kontrolle und Reinigung dieser Partien ist keine reine Kosmetikfrage – es ist eine vorbeugende Routine, die gesundheitliche Probleme erkennen kann, bevor sie schmerzhaft und teuer werden. Katzen verbergen zudem Ohren- und Augenprobleme sehr gut, sodass die aufmerksame Kontrolle durch den Besitzer der einzige zuverlässige Weg zu einer frühzeitigen Diagnose ist.
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Ohrenpflege bei der Katze
Ein gesundes Katzenohr ist sauber, hellrosa, geruchlos und frei von Ausfluss. Eine kleine Menge hellbraunen Ohrenschmalzes ist normal – er gehört zum natürlichen Schutz des Gehörgangs. Alles, was über diesen Standard hinausgeht – dunkler, krümeliger Ausfluss, starker Geruch, Rötung, Schwellung oder häufiges Kratzen an den Ohren – ist ein Signal, dass etwas nicht stimmt und Aufmerksamkeit erfordert.
Die häufigsten Ohrenprobleme bei Katzen:
- Ohrmilben (Otodectes cynotis) – die häufigste Ursache für Ohrenprobleme bei Katzen, besonders bei jungen und Freigängerkatzen. Typisches Anzeichen ist ein dunkler, krümeliger Ausfluss, der an Kaffeesatz erinnert, sowie intensives Kratzen an den Ohren und Kopfschütteln. Ohrmilben sind unter Katzen sowie zwischen zusammenlebenden Katzen und Hunden hochansteckend – sie erfordern eine tierärztliche Behandlung.
- Hefe- und bakterielle Infektionen – äußern sich durch dunklen oder eitrigen Ausfluss, unangenehmen Geruch und Rötung des Gehörgangs. Sie sind häufig ein Sekundärproblem infolge einer Allergie, Futtermittelunverträglichkeit oder anatomischen Veranlagung. Sie erfordern eine tierärztliche Diagnose und Behandlung.
- Ohrmuschelhämatom – eine schmerzhafte Schwellung, die durch das Platzen eines Blutgefäßes bei starkem Kopfschütteln oder Kratzen entsteht. Es zeigt sich als auffällige Verdickung oder Schwellung der Ohrmuschel. Es erfordert eine tierärztliche Behandlung – unbehandelt heilt es nicht von selbst ab oder hinterlässt bleibende Verformungen.
- Ohrenschmalzansammlung – bei manchen Rassen, insbesondere Katzen mit großen Ohren oder Katzen, die in staubiger Umgebung leben, sammelt sich das Ohrenschmalz schneller an. Regelmäßiges Reinigen beugt einer Verstopfung des Gehörgangs und Sekundärinfektionen vor.
So reinigen Sie die Ohren Ihrer Katze richtig:
- Verwenden Sie ausschließlich eine spezielle Reinigungslösung für Katzenohren – Wasser, Olivenöl oder Produkte für Hunde sind nicht geeignet. Eine hochwertige Reinigungslösung weicht Ablagerungen auf, wirkt desinfizierend und verursacht keine Reizung.
- Tragen Sie die Lösung in den Gehörgang auf und massieren Sie sanft den Ohrgrund etwa 20–30 Sekunden lang – Sie werden ein charakteristisches Schmatzgeräusch hören. Lassen Sie die Katze anschließend den Kopf schütteln und wischen Sie die Reste mit einer Mullkompresse oder einem Reinigungspad ab.
- Verwenden Sie niemals Wattestäbchen – sie drücken Schmutz und Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang, können das Trommelfell verletzen und erhöhen das Infektionsrisiko drastisch.
- Reinigen Sie nur den sichtbaren Teil des Gehörgangs – greifen Sie niemals tief in das Ohr. Sitzt der Schmutz zu tief, ist das eine Aufgabe für den Tierarzt.
- Wie oft gereinigt werden sollte, hängt von der Rasse und den individuellen Bedürfnissen der Katze ab – den meisten Katzen genügt eine Kontrolle und Reinigung alle 2–4 Wochen. Katzen, die zu vermehrter Ohrenschmalzbildung neigen, benötigen unter Umständen häufigere Reinigung.
Augenpflege bei der Katze
Gesunde Katzenaugen sind klar, sauber, symmetrisch und frei von Ausfluss. Das dritte Augenlid – die Nickhaut – sollte nicht sichtbar sein oder nur als dünner, heller Streifen im inneren Augenwinkel erkennbar sein. Eine sichtbare oder gerötete Nickhaut ist immer ein Signal, dass mit der Katze etwas nicht stimmt – sie kann auf Krankheit, Stress, Parasiten oder ein Augenproblem hinweisen.
Die häufigsten Augenprobleme bei Katzen:
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung) – die häufigste Augenerkrankung bei Katzen. Sie äußert sich durch Rötung, geschwollene Lider, Tränenfluss und Ausfluss. Ursache können eine bakterielle oder virale Infektion (meist Herpesvirus oder Chlamydien), eine Allergie oder Reizung sein. Sie erfordert eine tierärztliche Diagnose – die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
- Epiphora (übermäßiger Tränenfluss) – chronischer Tränenfluss, der dunkle Flecken unter den Augen verursacht, besonders bei Rassen mit flachem Gesicht wie der Perserkatze oder der Exotic Shorthair. Verursacht durch eine anatomische Verengung der Tränenkanäle. Regelmäßiges Reinigen der Augenpartie beugt Hautreizungen und Infektionen vor.
- Augenausfluss – eine kleine Menge eingetrockneten Sekrets im Augenwinkel ist normal. Übermäßiger, verfärbter (gelber, grüner) oder eitriger Ausfluss erfordert immer eine tierärztliche Untersuchung.
- Hornhautgeschwüre – eine schmerzhafte Verletzung der Hornhaut durch Kratzer, Fremdkörper oder Infektion. Die Katze kneift das Auge zusammen, meidet Licht und reibt am Augenlid. Sie erfordert sofortige tierärztliche Behandlung – ein unbehandeltes Hornhautgeschwür kann zum Verlust des Auges führen.
- Grüner und grauer Star – seltenere, aber schwerwiegende Augenerkrankungen, die vor allem bei älteren Katzen auftreten. Grüner Star äußert sich durch erhöhten Augeninnendruck und Schmerzen, grauer Star durch eine Trübung der Linse. Beide erfordern eine tierärztliche Behandlung.
So reinigen Sie die Augen Ihrer Katze richtig:
- Verwenden Sie zur Reinigung der Augenpartie eine sterile Kochsalzlösung oder eine spezielle Augenreinigungslösung für Katzen – benutzen Sie niemals normales Leitungswasser, das Chlor und Mineralien enthalten kann, die die Augenschleimhaut reizen.
- Wischen Sie immer vom inneren Augenwinkel nach außen – niemals umgekehrt, damit Sie Schmutz nicht näher zum Auge ziehen.
- Verwenden Sie für jedes Auge ein eigenes sauberes Pad oder eine eigene Mullkompresse – das gemeinsame Verwenden für beide Augen kann eine Infektion von einem Auge auf das andere übertragen.
- Niemals in das Auge pusten, es reiben oder mit starkem Wasserstrahl ausspülen – das Katzenauge ist sehr empfindlich, und grobe Behandlung verursacht Schmerzen und Reizung.
- Wenn die Katze das Auge zusammenkneift, Licht meidet oder mit der Pfote daran reibt – suchen Sie sofort einen Tierarzt auf. Augenschmerzen gehören zu den stärksten Schmerzreizen und sollten niemals ignoriert werden.
Praktische Tipps zur Ohren- und Augenpflege bei der Katze:
- Führen Sie die Ohren- und Augenpflege immer bei guter Beleuchtung durch – so erkennen Sie eventuelle Auffälligkeiten besser, und die Katze ist weniger gestresst als in einem dunklen Raum.
- Nehmen Sie die Kontrolle von Ohren und Augen in eine regelmäßige wöchentliche Routine auf – wenige Minuten einmal pro Woche genügen, um die meisten Probleme im Frühstadium zu erkennen.
- Gewöhnen Sie die Katze schon von klein auf an die Kontrolle von Ohren und Augen – ein Kätzchen, das an die Berührung am Kopf gewöhnt ist, arbeitet deutlich besser mit als eine erwachsene Katze, die diesen Kontakt nicht kennt.
- Halten Sie die Katze beim Reinigen der Ohren oder Augen fest, aber sanft – eine lockere oder unruhige Katze kann sich plötzlich bewegen und sich dabei verletzen.
- Jede Asymmetrie zwischen rechtem und linkem Auge oder Ohr sollten Sie immer mit dem Tierarzt besprechen – einseitige Probleme sind häufiger ein Anzeichen für eine ernstere Erkrankung als beidseitige.
Die regelmäßige Pflege von Ohren und Augen ist eine kleine Zeitinvestition mit großer Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden der Katze. Eine Katze, die an regelmäßige Kontrollen gewöhnt ist, dankt es Ihnen mit rechtzeitig erkannten Problemen – und Sie ersparen sich unnötige Komplikationen und Tierarztrechnungen.
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