Kämme und Bürsten für Hunde
Regelmäßiges Bürsten gehört zu den wichtigsten – und zugleich am meisten unterschätzten – Ritualen der Hundepflege. Dabei geht es nicht nur um ein schönes Fell und weniger Haare auf dem Sofa. Regelmäßiges Bürsten ist vorbeugende Gesundheitsvorsorge, die Parasiten, Hautprobleme, Wucherungen oder Verletzungen erkennt, bevor sie ernst werden. Es ist zugleich gemeinsame Zeit mit dem Hund, die die Bindung stärkt und ihn daran gewöhnt, Berührungen zu tolerieren – was sich beim Tierarztbesuch oder beim Groomer vielfach auszahlt.
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Die Wahl des richtigen Kamms oder der richtigen Bürste hängt vor allem von Länge, Dichte, Struktur und Felltyp des Hundes ab. Es gibt kein universelles Werkzeug, das für alle Hunde geeignet ist – die falsche Bürste kann das Fell ausreißen, die Haut reizen oder schlicht wirkungslos sein. Den Felltyp des eigenen Hundes zu kennen und sich mit den passenden Werkzeugen auszustatten, ist die Grundlage für eine wirksame und angenehme Pflege.
Felltypen bei Hunden und die passenden Werkzeuge
Kurzes, glattes Fell (Boxer, Bullterrier, Dalmatiner, Vizsla) – braucht kaum Pflege, doch regelmäßiges Bürsten hält das Fell gesund und glänzend. Ideal sind Gummibürsten oder Massagehandschuhe, die abgestorbenes Fell entfernen und die Haut massieren, ergänzt durch eine Naturborstenbürste zum Polieren. Häufigkeit: 1× pro Woche.
Kurzes, dichtes Fell mit Unterwolle (Labrador, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Husky) – diese Gruppe haart am stärksten. Die dichte Unterwolle muss regelmäßig mit einer Deshedding-Bürste oder einem Furminator entfernt werden, besonders während des Fellwechsels. Häufigkeit: 2–3× pro Woche, während des Fellwechsels täglich.
Mittellanges Fell (Border Collie, Australian Shepherd, Spaniel) – neigt zu Verfilzungen in den Achseln, hinter den Ohren und in der Leistengegend. Erfordert eine Kombination aus Kamm und Slicker-Bürste. Häufigkeit: 3–4× pro Woche.
Langes Fell (Afghanischer Windhund, Yorkshire Terrier, Malteser) – der anspruchsvollste Felltyp, der tägliche Pflege braucht. Ohne regelmäßiges Bürsten entstehen schmerzhafte Verfilzungen, die tierärztlich behandelt oder herausgeschnitten werden müssen. Häufigkeit: täglich.
Raues Drahthaar (Foxterrier, Schnauzer, Welsh Corgi) – ein besonderer Felltyp, der spezielle Pflege benötigt – das sogenannte Trimmen oder Zupfen (Stripping). Zum Entfernen des abgestorbenen Fells eignen sich Trimmesser und grobe Bürsten. Regelmäßiges Kämmen verhindert Verfilzungen und erhält die Fellstruktur.
Lockiges und gewelltes Fell (Pudel, Lagotto Romagnolo, Portugiesischer Wasserhund) – haart kaum, wächst aber schnell und verfilzt leicht. Braucht regelmäßiges Bürsten mit Slicker-Bürste und Kamm, ergänzt durch regelmäßige Termine beim Groomer. Ohne Pflege verfilzt das Fell und kann Hautprobleme verursachen.
Kamm- und Bürstentypen für Hunde
- Kämme mit groben und feinen Zinken – das Grundwerkzeug für die meisten Felltypen. Die Seite mit den groben Zinken dient dem groben Durchkämmen und Lösen von Knoten, die feine Seite dem sanften Nachkämmen und der Kontrolle. Metallzinken sind langlebiger und wirksamer als Kunststoffzinken. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausstattung für jeden Besitzer eines Hundes mit mittellangem oder langem Fell.
- Slicker-Bürsten – Bürsten mit dicht stehenden, kurzen, gebogenen Drahtzinken. Sie entfernen wirksam abgestorbenes Fell, Knoten und Schmutz aus mittellangem und langem Fell. Hochwertige Slicker-Bürsten haben Zinken mit abgerundeten Spitzen, die Hautreizungen minimieren. Für sehr kurzes oder feines Fell sind sie weniger geeignet.
- Furminator und Deshedding-Bürsten – speziell entwickelte Werkzeuge zum Entfernen abgestorbener Unterwolle. Der Furminator entfernt bis zu 90 % des abgestorbenen Fells und reduziert die Haarmenge in der Wohnung deutlich. Geeignet für Hunde mit dichter Unterwolle – nicht geeignet für Hunde mit seidigem oder sehr feinem Fell. Verwenden Sie ihn höchstens 1–2× pro Woche – zu häufiger Gebrauch kann das Fell überstrapazieren und schädigen.
- Gummibürsten und Massagehandschuhe – eine beliebte Wahl für kurzhaarige Hunde und für Hunde, die eine klassische Bürste ablehnen. Die Gumminoppen massieren die Haut, regen die Durchblutung an und fangen abgestorbenes Fell auf. Der Massagehandschuh erlaubt das Bürsten mit einer natürlichen Streichelbewegung – der Hund empfindet es als Kuscheln. Ideal für die schnelle tägliche Fellpflege und Massage.
- Naturborstenbürsten – feine Bürsten aus Naturfasern, ideal zum Polieren von kurzem Fell und zum gleichmäßigen Verteilen des Hauttalgs. Sie verleihen dem Fell natürlichen Glanz und eignen sich hervorragend als letzter Schritt nach dem Bürsten mit einem gröberen Werkzeug.
- Entfilzer und Knotenlöser – spezielle Werkzeuge zum schmerzfreien Auflösen von Verfilzungen, ohne sie herausschneiden zu müssen. Ein unverzichtbares Hilfsmittel für Besitzer langhaariger oder lockiger Rassen, die zu Verfilzungen neigen. Sie besitzen Klingen oder speziell geformte Zinken, die die Verfilzung Schritt für Schritt lösen, ohne am Fell zu reißen.
- Trimmesser und Trimmwerkzeuge – spezielle Werkzeuge für die Pflege von Drahthaar. Beim Trimmen (Stripping) wird das abgestorbene Deckhaar ausgezupft – so bleiben die natürliche Struktur und Farbe des Fells erhalten. Das erfordert Übung – Anfängern empfehlen wir, das erste Trimmen gemeinsam mit einem professionellen Groomer durchzuführen.
So bürsten Sie Ihren Hund richtig
- Bürsten Sie immer in Wuchsrichtung des Fells – gegen den Strich zu bürsten schmerzt und nimmt dem Hund die Lust an der Mitarbeit.
- Beginnen Sie an weniger empfindlichen Stellen – Rücken und Flanken – und arbeiten Sie sich zu empfindlicheren Bereichen wie Bauch, Leistengegend sowie der Region um Gesicht und Pfoten vor.
- Lösen Sie Verfilzungen niemals mit grober Gewalt – lockern Sie sie zuerst mit den Fingern oder einem Entfilzer. Grobes Reißen tut weh und verleidet dem Hund das Bürsten auf Dauer.
- Bürsten Sie langes Fell schichtweise von der Haut nach außen – heben Sie die obere Fellschicht an und bürsten Sie die untere Schicht durch. So beugen Sie versteckten Knoten an der Fellwurzel vor.
- Kontrollieren Sie beim Bürsten regelmäßig die Haut – achten Sie auf Anzeichen von Parasiten, Rötungen, Wunden oder ungewöhnliche Veränderungen.
Praktische Tipps zum Bürsten Ihres Hundes:
- Bürsten Sie Ihren Hund immer zur gleichen Zeit und am gleichen Ort – Hunde sind Gewohnheitstiere, und Regelmäßigkeit verringert ihren Widerstand.
- Gewöhnen Sie Ihren Hund bereits als Welpe ans Bürsten – kurze, angenehme Sitzungen mit positivem Abschluss schaffen eine lebenslange positive Verknüpfung.
- Beenden Sie das Bürsten immer mit einer Belohnung – ein Leckerli oder Spiel direkt danach stärkt die Kooperationsbereitschaft.
- Bürsten Sie während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst deutlich häufiger – so verringern Sie die Haarmenge in der Wohnung und beugen Verfilzungen vor.
- Reinigen und desinfizieren Sie Ihre Werkzeuge regelmäßig – angesammeltes Fell und Schmutz verringern die Wirksamkeit und können Hautinfektionen übertragen.
- Wehrt sich Ihr Hund aktiv gegen das Bürsten oder reagiert aggressiv, kann das an Schmerzen der Haut oder der Gelenke liegen – konsultieren Sie vor dem nächsten Bürsten einen Tierarzt.
Die richtige Bürste oder der richtige Kamm sowie regelmäßige Pflege sind die Grundlage für ein gesundes, schönes und funktionales Hundefell – und fünf Minuten Bürsten täglich sind eine Investition, die sich in Form eines gesunden Hundes und einer sauberen Wohnung vielfach auszahlt.
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