Aquarienfutter
Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für Gesundheit, Vitalität und eine schöne Färbung der Aquarienfische. Futter ist dabei weit mehr als reine Energiequelle – es beeinflusst direkt Immunsystem, Fortpflanzung, Farbintensität und Lebenserwartung Ihrer Fische. Wie bei anderen Tieren gilt auch in der Aquaristik: Die Qualität des Futters spiegelt sich unmittelbar in der Lebensqualität der Bewohner wider. Überfütterung zählt dabei zu den häufigsten Fehlern von Aquarianern und ist die Hauptursache für eine Verschlechterung der Wasserqualität und daraus resultierende Gesundheitsprobleme der Fische.
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Die Wahl des richtigen Futters hängt von Fischart, Größe, Art der Nahrungsaufnahme und individuellem Nährstoffbedarf ab. Fische unterscheiden sich darin, wo sie im Wasser Nahrung aufnehmen – Oberflächenfische fressen an der Wasseroberfläche, mittelständige Arten im freien Wasser und Bodenfische sammeln ihr Futter vom Boden auf. Die richtige Futterart sorgt dafür, dass jeder Fisch seinen Anteil erhält – ohne unnötige Verluste und ohne die Wasserqualität zu belasten.
Arten von Aquarienfutter
- Flockenfutter – die verbreitetste Futterform, geeignet für die meisten tropischen Fische, die an der Oberfläche oder im mittleren Wasserbereich fressen. Die Flocken sinken langsam zu Boden und geben den Fischen genug Zeit zur Aufnahme. Erhältlich in verschiedenen Größen und Zusammensetzungen – für Allesfresser, Fleisch- oder Pflanzenfresser. Nachteil: Flocken saugen sich schnell mit Wasser voll und zerfallen, was bei Überfütterung das Wasser belastet.
- Granulatfutter – kompakte Pellets, die langsamer zerfallen als Flocken. Erhältlich als schwimmend, langsam sinkend oder sinkend – für Fische in unterschiedlichen Wasserschichten. Granulat ist nährstoffreicher als Flockenfutter und verringert das Risiko einer Wasserbelastung durch Futterreste. Ideal für mittelgroße und größere Fische.
- Tabletten und Presslinge – Futter, das vor allem für Bodenfische gedacht ist – Welse, Schmerlen und andere Arten, die ihr Futter vom Boden aufnehmen. Die Tabletten haften am Aquarienglas oder sinken zu Boden und lösen sich langsam auf. Ideal für die Fütterung in der Nacht, wenn Bodenfische am aktivsten sind.
- Sticks und Pellets – größeres Futter für mittelgroße und große Fische. Nährstoffreich ausgewogen und lösen sich langsam auf. Geeignet für Buntbarsche, größere Karpfenfische oder Arowanas.
- Gefriergetrocknetes Futter – lyophilisierte lebende Organismen – Artemia, Mückenlarven, Daphnien oder Tubifex – die die Nährwerte von Lebendfutter erhalten, ohne das Risiko der Übertragung von Krankheiten und Parasiten. Eine hervorragende Ergänzung zur Grundernährung, die für mehr Abwechslung sorgt und den natürlichen Jagdinstinkt der Fische anregt.
- Frostfutter – tiefgefrorene lebende Organismen wie Artemia, rote und schwarze Mückenlarven, Daphnien oder Krill. Sie behalten die natürliche Struktur und Nährwerte von Lebendfutter und sind für Fische sehr attraktiv. Vor dem Füttern in etwas Aquarienwasser auftauen – niemals gefroren verfüttern.
- Lebendfutter – Artemia, Daphnien, Tubifex oder Regenwürmer sind die natürlichste Futterform für Fische und regen das natürliche Jagdverhalten an. Hervorragend zur Konditionierung vor dem Laichen oder zur Fütterung anspruchsvoller Arten, die Trockenfutter verweigern. Nachteil: Risiko der Einschleppung von Krankheiten und Parasiten – Lebendfutter sollte stets aus vertrauenswürdigen Quellen stammen.
- Pflanzliches Futter und Spirulina – Futter mit hohem Anteil an pflanzlichen Bestandteilen, Algen oder Spirulina für pflanzenfressende und allesfressende Arten wie Lebendgebärende, Salmler, Ancistrus oder manche Buntbarsche. Spirulina bringt die Farben der Fische natürlich zum Leuchten und stärkt ihr Immunsystem.
- Spezialfutter für Meerwasserfische – nährstoffreich ausgewogenes Futter, speziell für die Bedürfnisse von Meerwasserfischen und wirbellosen Tieren entwickelt. Enthält marine Proteine, Astaxanthin zur Farbverstärkung und spezifische Vitamine, die die Gesundheit mariner Arten unterstützen.
Richtige Fütterung von Aquarienfischen
Die richtige Fütterungstechnik ist ebenso wichtig wie die Wahl des richtigen Futters. Fütterungsfehler sind die häufigste Ursache für eine schlechte Wasserqualität und Gesundheitsprobleme bei Fischen.
- Menge – füttern Sie nur so viel, wie die Fische innerhalb von 2–3 Minuten verzehren. Alles, was danach noch am Boden oder im Wasser liegt, ist überschüssig und belastet das Wasser.
- Häufigkeit – füttern Sie erwachsene Fische 1–2 Mal täglich. Jungfische in der Wachstumsphase benötigen 3–4 Fütterungen täglich in kleineren Portionen. Gesunde erwachsene Fische überstehen problemlos 1–2 futterlose Wochen im Urlaub.
- Abwechslung – kein einzelnes Futter deckt allein den gesamten Nährstoffbedarf der Fische ab. Wechseln Sie verschiedene Futterarten ab – ergänzen Sie Flocken oder Granulat als Basis 2–3 Mal wöchentlich mit Frost- oder Gefriertrockenfutter.
- Fastentag 1× wöchentlich – ein futterfreier Tag pro Woche reinigt auf natürliche Weise den Verdauungstrakt der Fische und verringert die Bildung biologischer Abfallstoffe im Aquarium. Erfahrene Aquarianer nutzen diese Technik regelmäßig.
- Futterautomaten – sorgen bei längerer Abwesenheit für eine regelmäßige Fütterung, ohne dass Nachbarn um Hilfe gebeten werden müssen. Moderne Futterautomaten sind zuverlässig und lassen sich auf unterschiedliche Portionen und Frequenzen einstellen.
Nährstoffbedarf verschiedener Fischarten
Verschiedene Fischarten haben deutlich unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse – falsches Futter führt zu Nährstoffmangel, verblassten Farben oder Gesundheitsproblemen:
- Fleischfressende Arten (Buntbarsche, Piranhas, Arowanas) – benötigen Futter mit hohem Anteil an tierischem Protein. Die Basis bilden Frost- oder Gefriertrockenfutter, ergänzt durch spezielle Granulate für Fleischfresser.
- Pflanzenfressende Arten (Ancistrus, manche Buntbarsche, Schildkröten) – benötigen einen hohen Anteil an pflanzlicher Masse. Die Basis bilden Tabletten mit Spirulina oder Gemüse, ergänzt durch frisches Gemüse – Gurke, Zucchini oder Spinat, am Aquarienglas befestigt.
- Allesfressende Arten (Salmler, Lebendgebärende, Danios) – die anspruchsloseste Gruppe, die die meisten handelsüblichen Futtersorten annimmt. Eine ausgewogene Ernährung aus Flocken oder Granulat mit gelegentlichem Lebend- oder Frostfutter ist die ideale Lösung.
- Bodenbewohnende Arten (Welse, Schmerlen, Panzerwelse) – benötigen zu Boden sinkendes Futter – Tabletten, Pellets oder Frostfutter, das abends oder nachts gegeben wird, wenn sie am aktivsten sind.
Praktische Tipps zur Fütterung von Aquarienfischen:
- Futter trocken, dunkel und kühl lagern – Feuchtigkeit und Licht beschleunigen den Abbau von Vitaminen und die Oxidation von Fetten. Geöffnetes Futter innerhalb von 3 Monaten aufbrauchen.
- Frostfutter nach dem Auftauen niemals erneut einfrieren – aufgetautes und wieder eingefrorenes Futter verliert an Nährwert und kann Verdauungsprobleme verursachen.
- Neues Futter schrittweise einführen, zunächst als Ergänzung zur bisherigen Ernährung – eine plötzliche Futterumstellung kann Verdauungsbeschwerden oder Futterverweigerung auslösen.
- Wenn Fische Futter verweigern, das sie zuvor angenommen haben, kann dies ein Anzeichen für Krankheit oder eine Verschlechterung der Wasserqualität sein – überprüfen Sie die Wasserwerte und das Verhalten der Fische.
- Füttern Sie Fischen niemals Futter für andere Tiere – Hunde- oder Katzengranulat hat eine ungeeignete Zusammensetzung und kann Gesundheitsprobleme verursachen oder die Wasserqualität erheblich verschlechtern.
Ein richtig ernährter Fisch ist ein gesunder, aktiver und schön gefärbter Fisch. Investieren Sie in hochwertiges Futter, das den Bedürfnissen Ihrer Arten entspricht, und füttern Sie mit Bedacht – Ihre Fische werden es Ihnen mit einem langen und gesunden Leben danken.
